Ein parkartiges Hanggrundstück mit einer Unternehmervilla der frühen 1950er Jahre von Lange/Mitzlaff, Mannheim, sollte nachverdichtet werden.
Anstelle des ursprünglich vorgesehenen Abbruchs des eingeschossigen Bestandsgebäudes, das die gesamte Grundstücksbreite einnahm, wurde dessen Baukörper gezielt gekürzt. Durch Rückbau um einen Gebäudeflügel entstand Raum für einen Erweiterungsbau mit zwei Wohneinheiten.
Die charakteristische Gebäudestruktur des Bestands blieb erhalten: ein hell verklinkertes Erdgeschoss über einem niedrigen, sandsteinverkleideten Sockelgeschoss, das die Topografie des Hanggrundstücks aufnimmt.
Der entfallene Wohnraum des rückgebauten Gebäudeteils wurde durch den Ausbau des Hanggeschosses kompensiert. Darüber entstand eine zusätzliche Wohneinheit als Holzbau-Aufstockung auf dem bestehenden Flachdach mit separater Erschließung.
Umbau und Erweiterungsbau werden durch eine gemeinsame Sandsteinstützmauer miteinander verklammert. Der Neubau in Massivholz übernimmt das Motiv der geschossweise gegeneinander verschobenen Gebäudekuben des Bestands und entwickelt daraus großzügige Dachterrassen mit Blick in die Rheinebene.
Im Jahr 1920 erbaut, wirkt die Bebauung seit rund 100 Jahren gemeinsam mit dem „Schwestergebäude“ (Ma-Str. 22-24) als Ensemble prägend auf den Weinheimer Stadtraum und insbesondere auf die Stadteinfahrt über die Mannheimer Straße. Neben der städtebaulich markanten und der Mannheimer Straße folgenden Figur, sind es insbesondere die zahlreichen baulichen Details die als bauhistorisch wertvoll erachtet werden können. Hierzu zählen u.a. die schmuckvollen Sandsteinarbeiten in Form von Gesimsen oder Tür- und Fenstereinfassungen aber auch die originalen Terrazzoböden und massiven Blockstufentreppen sowie untersichtig ornamentierte Treppenpodeste in den Treppenhäusern. Die klassische Organisation der Gebäude-/ Grundrissstruktur mit einheitlichen Zimmergrößen und /-zuschnitten ermöglicht eine zeitgemäße Zonierung der Wohnungen. Die für heutige Anforderungen unterdimensionierten Bäder wurden mittels maßvoller Eingriffe räumlich erweitert und nach der Sanierung in insgesamt zehn Wohnungen den Anforderungen an eine barrierefreie Nutzung entsprechen.
Der Einbau eines Aufzuges in Haus 16 ermöglicht auf fünf Geschossen die barrierefreie Erschließung von ebenfalls insgesamt zehn Wohnungen, was mehr als 1/3 aller Wohnungen entspricht.
Die Wiederherstellung von vier 1- 2-Zi. Wohnungen im Gartengeschoss, welche zuletzt nicht mehr genutzt wurden, trägt der starken Nachfrage nach preiswertem Wohnraum Rechnung, erweitert den bestehenden Wohnungsmix durch kleine Wohnungen auf insgesamt 28 Wohnungen im geförderten Wohnungsbau und sorgt für eine wirtschaftliche Optimierung der Gesamtmaßnahme.
Bei dem einem Neubau gleichenden Erscheinungsbild dieses Einfamilienhauses in Weinheim handelt es sich um eine energetische Sanierung und einen weitgreifenden Umbau eines klassischen 60er Jahre Hauses in Hanglage. Zunächst wurde das für die Zeit typische flach geneigte Satteldach abgetragen, wodurch ein beeindruckender Weitblick in die Rheinebene bereits während der Abbruchzeit erlebbar wurde. Dieser Ausblick wurde durch den Aufbau eines Staffelgeschosses mit umlaufender Dachterrasse nutzbar gemacht.
Das Straßengeschoss mit direktem Zugang zum Haus beherbergt neben der Doppelgarage einen Fitnessbereich sowie die Technik- und Abstellräume. Der zusätzliche Eingangsbereich im ersten Obergeschoss wird durch eine natürlich geschwungene und begrünte Außentreppe sowie eine gerundete Sichtbeton Nische, inspiriert von der gerundeten Bestandsterrassenmauer auf der gegenüberliegenden Gebäudeseite, gekennzeichnet.
Kleine abgetrennte Räume im Erdgeschoss wurden zu einem großzügigen Wohn-, Ess- und Kochbereich geöffnet. Gleichzeitig wird der Raum durch einen Luftraum bis ins Staffelgeschoss erweitert. Dieses oberste Geschoss bietet einen weiteren Sitzbereich mit imposantem Ausblick sowie einen Gäste- und Arbeitsbereich.
Nach außen wird der Baukörper von horizontalen Linien bestimmt: ein liegendes Fensterband und die horizontal verlaufende Rhombusschalung begleiten das auskragende nahezu schwebend wirkende Flachdach aus Sichtbeton. Zur Auskragung hin verjüngt sich die Betondachscheibe konisch, um ein elegantes, leichtes Erscheinungsbild zu erzielen.
Die Fassadenmaterialien beschränken sich auf weiße Putzflächen, die vorvergraute Holzverschalung und Sichtbetonelemente.
Im historischen Pfarrhaus in Weinheim wurde der bislang ungenutzte Dachraum zu einer zusätzlichen Wohnung ausgebaut. Bisher als großzügiges Einfamilienhaus genutzt wurde das Haus durch den Einbau eines Aufzugs für die Zukunft gerüstet und die neue Dachgeschosswohnung so auch langfristig für die Bewohner nutzbar gemacht.
Durch die Öffnung der Zwischendecke zum Spitzboden wird der geschichtsträchtige Dachstuhl vollständig erlebbar. Um einen stützenfreien großen Wohnraum zu ermöglichen, wurden Stahlträger eingebaut, die die bisherigen Holzstützen auf der Galerieebene abstützen. Die Kombination aus dem freiliegenden Holzdachgebälks und den industriellen Stahleinbauten – Stahlträger und steile Treppe zur Galerie – führt zu einer charakteristischen Atmosphäre. Die bisherige Gaube zur Gartenseite wurde durch eine Dachloggia ersetzt. Durch die vollständig öffenbaren Terrassentüren wird der Wohnraum ins Freie erweitert und beeindruckende Ausblicke über die Rheinebene sowie die Hügelkette der Bergstraße ins Innere geholt.
Neben dem zweigeschossigen Wohnraum nebst Kochbereich komplettiert eine Enfilade aus Schlafzimmer, Bad und Ankleide die Wohneinheit. Der ausschließliche Einbau von Schiebtüren unterstreicht den offenen, loftartigen Charakter.
Dieser Umbau im historischen Bestand steht als nachhaltiges Beispiel für die Gewinnung zusätzlichen Wohnraums in bereits vorhandenen Gebäuden ohne neue Baukörper energieaufwändig zu erzeugen.
Die mittelalterliche Hofanlage, bestehend aus Wohnhaus 1560/1580, Stall/Scheune 1728/1887 und Wirtschaftsgebäude (Gerberei) 1837 stand Jahrzehnte weitgehend ungenutzt in zentraler Innenstadtlage. Es entstanden acht unterschiedlich große Mietwohnungen mit Gemeinschaftsbereich, die sich in allen Gebäudeteilen um einen gemeinsamen Innenhof gruppieren. Die Mehrzahl der Wohnungen wurde als Maisonnetten ausgebildet, zum einen um Schallschutzprobleme zwischen unterschiedlichen Wohnungen zu vermeiden, zum anderen, um mit der Anordnung der offenen Wohn-/Essbereiche in den neu ausgebauten Dachgeschossen räumliche Qualitäten und Ausblicke zu ermöglichen. Alle notwendigen Eingriffe in die Bausubstanz, wie die Queraussteifung der Scheune mittels Stahlrahmen, in das Bruchsteinmauerwerk eingeschnittene, horizontale Stahl-Lichtbänder, neue Stahl-Innentreppen, vorgestellte Stahlbalkone bilden einen bewussten architektonischen Kontrast zur denkmalgerecht sanierten Altbausubstanz. Für ein effizientes Energiekonzept erhielt die Hofanlage das Zertifikat „Klimahaus Baden-Württemberg.“
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